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23. Mai 2017
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Finanzierung des Deutschen Auswandererhauses Bremerhavengesichert

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Auch das Land Bremen fördert den Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven

Entwurf-Deutsches-AuswanderBremerhaven. Nachdem im Juli bereits die Bundesregierung Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro für den Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses Bremerhaven bewilligte, hat heute auch das Land Bremen beschlossen, zwei Millionen Euro aus dem "EFRE-Programm Bremen 2007-2013” in das geplante Gebäude zu investieren.



Die Gesamtkosten für den über 1.250 Quadratmeter großen Erweiterungsbau sowie den teilweisen Umbau des bisherigen Gebäudes belaufen sich auf insgesamt 4,5 Millionen Euro. Die restlichen 500.000 Euro werden von der privaten Betreibergesellschaft "Paysage House 1 - Gesellschaft für Kultur und Freizeit mbH & Co. KG" finanziert.

Die Eröffnung der erweiterten Ausstellung - "DAH 2” - ist für Frühjahr 2012 vorgesehen. Das Hauptgebäude des Deutschen Auswandererhauses (DAH) bleibt ohne Unterbrechung für die Besucher geöffnet.

"Wir sind den Entscheidungsträgern der Politik sehr dankbar für das Vertrauen, das sie in unsere Arbeit stecken. Die Zustimmung von Bund und Land für eine inhaltliche Erweiterung unserer Dauerausstellung zeigt, welche Bedeutung das Thema Migration hierzulande auch kulturhistorisch genießt”, sagt Dr. Simone Eick, Direktorin des Deutschen Auswandererhauses. "Aber wir danken auch den mehr als eine Million Museumsbesuchern, die dem Thema Migration in den vergangenen fünf Jahren diese positive Aufmerksamkeit geschenkt haben.”

Das Deutsche Auswandererhaus sammelt vor allem Lebensgeschichten und Erinnerungsobjekte von Migranten. Die Besucher tauchen mitten in die Geschichte ein und erleben hautnah, wie es den über sieben Millionen Menschen erging, die zwischen 1830 und 1974 aus Bremerhaven in die Neue Welt auswanderten - nach Nordamerika, Argentinien, Australien oder Brasilien.

Das Besondere des Museumskonzeptes sind ausgewählte Auswanderer- Biografien, die die Gäste auf ihrem historischen Rundgang durch die Ausstellung "begleiten". Mit der elektronischen Eintrittskarte, dem Boarding Pass, können die Besucher an Biografiestationen die Lebensgeschichte des jeweiligen Migranten und seiner Familie bis zu den heute lebenden Nachfahren verfolgen. An weiteren Medienstationen erfahren sie die gesellschaftlichen Hintergründe, die die großen Auswandererwellen ausmachten.

Im zweiten Teil des Rundgangs widmet sich das Deutsche Auswandererhaus aktuellen Aspekten globaler Migration mit einem Schwerpunkt auf das Ein- und Auswanderungsland Deutschland. Mit der Erweiterung des Museums soll der Rundgang nun durch beide Häuser führen und unter anderem auch den Aspekt des ersten Jahres in der Neuen Welt beleuchten. "Wir vertiefen die Lebensgeschichten. Wir möchten darstellen, was Auswanderer in den ersten Jahren in ihrer neuen Heimat geschafft haben - und das war einiges: Sie mussten nicht nur mit einer neuen Sprache zurechtkommen, sondern sie durchlebten auch in der Arbeits- und Umwelt ständige Veränderungen des Gewohnten”, erläutert Dr. Simone Eick. Auch wird der Brückenschlag zu aktuellen Themen der Migration noch stärker als bisher erfolgen: "Wir möchten einen nachhaltigen Vermittlungsbeitrag für die deutsche Gesellschaft, die Einwanderer und ihre Nachkommen zum Thema Migration nach Deutschland leisten”, sagt Eick.

Seit der Eröffnung im August 2005 ist Europas größtes Erlebnismuseum zum Thema Auswanderung von mehr als 1,1 Millionen Menschen besucht worden. Konzipiert und gestaltet wurde das Deutsche Auswandererhaus vom Hamburger Planungsbüro Andreas Heller Architects & Designers. 2007 erhielt es den renommierten Europäischen Museumspreis, 2008 den "The Best in Heritage Award” der gleichnamigen europäischen Exzellenzinitiative zur Bewahrung des historischen Erbes.

Das Deutsche Auswandererhaus ist ein privatwirtschaftlich finanziertes kulturhistorisches Museum, das als Private Public Partnership-Projekt aus den Mitteln des Landes Bremen und der Stadt Bremerhaven finanziert worden ist. Seit der Eröffnung betreibt es "Paysage House 1" ohne öffentliche Zuschüsse. Es ist in dieser Konstellation einzigartig in der deutschen Museumslandschaft.

 

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