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20. Mai 2019
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So überstehen Herzpatienten einen Fußballkrimi

Berlin (24.06.2014). Wenn die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien am Donnerstag gegen die USA um den Einzug in die nächste Runde kämpft, sind die Nerven vieler Fans zum Zerreißen gespannt. Für Herzpatienten kann das zu einem riskanten Fußballkrimi werden.

Nicht nur körperliche Überanstrengung, auch emotionaler Stress, wie er beim Mitfiebern während einer Fußballpartie entsteht, kann das Herz belasten. "Menschen mit bekannten Angina-Pectoris-Anfällen, einer koronaren Herzerkrankung oder auch mit Herzinsuffizienz sollten sich nicht zu großem emotionalem Stress aussetzen. Auch Patienten mit Herzrhythmusstörungen sollten vorsichtig sein, denn der Puls kann bei Aufregung leicht mal schneller als 150 Schläge pro Minute sein", erklärt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK. Die Aufregung könne vermehrt zu Herzrhythmusstörungen und schlimmstenfalls zu einem Herzstillstand führen.

Um die spannenden Spiele ohne unnötiges Risiko verfolgen zu können, rät die Medizinerin Herzpatienten zu Besonnenheit: "Auch wenn es banal klingen mag, aber in der Ausnahmesituation einer Fußball-WM sollten Herzpatienten ganz besonders auf die korrekte Einnahme ihrer Medikamente achten." Zusätzlich empfiehlt Marschall Betroffenen, vor und während des Spiels am besten auf alkoholfreie Getränke auszuweichen, zumal Herz-Medikamente und Alkohol ohnehin keine gute Kombination sind. Wer dennoch nicht auf Alkohol verzichten möchte, sollte das grundsätzlich mit seinem Hausarzt besprechen.

Kommt es zu besonders spannenden Spielphasen wie etwa einem Elfmeterschießen, hilft es, sich bewusst auf die Atmung zu konzentrieren oder für einen Moment den Raum zu verlassen, frische Luft zu schnappen und so auf das Ergebnis zu warten. Beides verringert laut Marschall den Stress. Sollten dennoch Beschwerden auftreten, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, muss umgehend der Notarzt unter 112 alarmiert werden.

Quelle: BARMER-GEK

 

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