Berlin Press

Donnerstag
23. Mai 2019
Home Nordrhein-Westfalen Münster Laumann für medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe

Laumann für medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe

E-Mail PDF
1. Münsteraner Gesundheitsgespäche der Apothekerkammer Westfalen-Lippe

LaumannMünster (wid). Im Rahmen seines Grußworts bei den 1. Münsteraner Gesundheitsgesprächen der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sich gestern (15. April 2010) für eine neue medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe eingesetzt. Es gehe darum, die Zahl der Ärzte zu steigern. Aktuell würden in Nordrhein-Westfalen rund 2.000 Ärzte an den Universitäten ausgebildet. Das Einzugsgebiet einer Universität liege üblicherweise bei rund 150 Kilometern um den Studienstandort, so dass neben Münster eine weitere Fakultät in Westfalen-Lippe sinnvoll sei.

In diesem Zusammenhang müsse die Allgemeinmedizin einen höheren Stellenwert an den Universitäten bekommen, forderte Laumann. Dies sei nicht zuletzt mit Blick auf die langfristig sichere medizinische Versorgung der Bevölkerung in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens erforderlich. "Stirbt der Dorfarzt, stirbt auch die Dorfapotheke", sagte Laumann mit Blick auf die Versorgung der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten. Es brauche Instrumente, die das System besser steuerten. Hierbei helfe das Hausärzteprogramm NRW, so Laumann. Laumann kündigte in seinem Grußwort darüber hinaus eine Verbesserung der Frühgeborenen-Versorgung in NRW an. "Wir sind hier in Nordhrein-Westfalen nicht gut."

Mit Blick auf das Thema der ersten Münsteraner Gesundheitsgespräche der AKWL, die Demographie im Gesundheitswesen, erklärte Laumann: "Wir müssen so ehrlich sein, unseren Bürgern zu sagen, dass ein Gesundheitssystem der Zukunft mehr kostet als das in der Gegenwart." Er werde alles dafür tun, dass die Tendenz zu einer Zwei-Klassen-Medizin gestoppt werde und warnte vor einer Diskussion um "gute und schlechte Medizin".

Laumann griff die unterschiedliche regionale Vergütung für ambulante Leistungen innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung für den einzelnen Patienten an. "Diese Sache ist nicht in Ordnung", betonte Laumann. Das NRW-Gesundheitssystem sei hier strukturell im Nachteil. Der Minister sieht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als Hauptverantwortliche für diese Fehlentwicklung: "Die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW sollten in Erwägung ziehen, ihre Beitragszahlungen an die KBV einzustellen."

 

Anzeigen