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20. Mai 2019
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Wandel der Schulstrukturen darf nicht zu Lasten der Lehrer gehen

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VBE: Gleiche Bezahlung und Verbeamtung aller Lehrkräfte

Paderborn. Neue Sekundarschulen, Inklusion – die Herausforderungen, die für den Lehrerberuf in den vergangenen Wochen und Monaten konkretisiert worden sind, dürfen nicht auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen werden. Das forderte Udo Beckmann, NRW-Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), heute (Dienstag) auf der Mitgliederversammlung des VBE-Kreisverbands Paderborn.



Vor allem die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern, stellt die Lehrerkollegien vor eine große Aufgabe. Sie müssten nicht nur die nicht-behinderten Kinder weiter gleich aufmerksam erziehen und unterrichten. Vielmehr müssten sie mit den neuen Herausforderungen klarkommen, die behinderte Kinder mitbringen. „Deswegen brauchen wir in inklusiven Klassen dringend eine Doppelbesetzung mit einem zusätzlichen Sonderpädagogen“, stellte Beckmann klar. Außerdem brauche man ein anderes Raumprogramm. Es müsse z. B. auch bei einer emotionalen/sozialen Entwicklungsstörung Möglichkeiten geben, behinderte Kinder für eine kurze Zeit aus ihrer Klasse herauszunehmen, wenn sie Unterrichten in der Klasse unmöglich machen. „Diese Kinder müssen dann zeitweise getrennt unterrichtet werden – nur so können wir auch in solchen Sondersituationen garantieren, dass das behinderte Kind und das nicht-behinderte lernen kann“, so Beckmann. Dafür müsse die neu zu wählende Landesregierung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen.

Auch die neue Sekundarschule war großes Thema bei der Sitzung des Kreisverbandes. Hier machte Beckmann deutlich, dass die Genehmigung der 42 Sekundarschulen in NRW zum neuen Schuljahr ein hoffnungsvoller Start ist. Dennoch müsste die Klassengröße (zur Zeit bis zu 30 Schüler je Klasse möglich) noch einmal zur Diskussion gestellt werden – eine Größe von höchstens 25 Schülern sei dringend nötig, um der besonderen Heterogenität Rechnung zu tragen, so Beckmann. Außerdem kritisierte er, dass die Schulaufsicht für die Sekundarschulen bei der Gesamtschule angesiedelt sei – der VBE fordert eine neue Schulaufsicht „Sekundarstufe I“, der die Haupt-, Real- und Sekundarschulen unterstellt sind. „Schließlich geht die neue Schulform in erster Linie aus Haupt- und Realschulen hervor – da ist es nur schlüssig, dass auch hier die Basis für die Schulaufsicht liegt“, bekräftigte Beckmann.

Besonders lag den Mitgliedern des Kreisverbandes Paderborn die Gleichbehandlung der Lehrerinnen und Lehrer am Herzen. „Was bei Kindern selbstverständlich ist, muss auch für Lehrer gelten“, sagte Beckmann. Er kritisierte, dass die Bezahlung der Lehrkräfte davon abhängt, an welcher Schulform sie arbeiten: „Die Vermittlung von Wissen und der Erziehungsauftrag sind überall gleich – da kann es nicht sein, dass es bei der Bezahlung Unterschiede gibt. Dieses Kastendenken muss endlich der Vergangenheit angehören!“ Ebenso sei es daher wichtig, alle Lehrer zu verbeamten. Ein Gutachten des Bochumer Rechtsprofessors Dr. Wolfram Cremer hätte die Notwendigkeit dargelegt, so Beckmann. Daher sei eine Grenze für die Verbeamtung von Lehrkräften grundsätzlich aufzuheben.

 

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