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Dienstag
23. Mai 2017
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Jugendkongress gegen Gewalt und Kriminalität

"Unsere Jugendlichen in NRW haben zur Gewaltprävention eine Menge guter Ideen und engagieren sich vorbildlich", sagte Innenminister Dr. Ingo Wolf am 21.Oktober als Schirmherr des ersten Jugendkongresses des Landespräventionsrates NRW in Düsseldorf. Rund 300 Kinder und Jugendliche schilderten bei dem Kongress gegen Gewalt und Kriminalität, wie sie sich Prävention vorstellen. Die 12- bis 16-Jährigen hatten sich mit den Themen Gewalt unter Freunden, Gewalt in der Schule, Gewalt in der Familie und Gewalt zwischen unterschiedlichen Nationalitäten auseinandergesetzt.

Unter dem Motto "Wer will, kann was bewegen" stellten die Jugendlichen Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter und Innenminister Dr. Ingo Wolf ihre Ergebnisse vor. "Es ist wichtig, mit den Jugendlichen selbst über ihre Erfahrungen mit Gewalt und Kriminalität zu sprechen. So können wir unsere Präventionsprogramme weiter optimieren", erklärte Minister Wolf.

Die Justizministerin kündigte an, noch in diesem Jahr würden erste Ergebnisse aus der interministerielle Arbeitsgruppe "Stopp der Kinder- und Jugendkriminalität - eine Offensive der Landesregierung Nordrhein-Westfalen" vorgelegt. Die Arbeitsgruppe erstellt unter gemeinsamer Federführung des Justizministeriums und des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration einen breit angelegten Maßnahmenkatalog auf allen Ebenen der Jugendkriminalprävention. "Es ist uns besonders wichtig, kriminelle Karrieren von Kindern und Jugendlichen von Anfang an zu verhindern", sagte der Innenminister. Fast alle Polizeibehörden in NRW haben - zum Teil gemeinsam mit der Justiz - Intensivtäterkonzepte entwickelt. Beispielhaft sind u.a. die Konzepte in Mönchengladbach und Köln. Dabei suchen Polizeibeamte, ein Staatsanwalt und ein Mitarbeiter des Jugendamtes die jungen Täter zu Hause auf und weisen sie im Beisein der Eltern auf die Folgen ihrer Straftaten für sich und andere hin. Die Zahl der Straftaten der 14- bis unter 18-jährigen Tatverdächtigen sank in Mönchengladbach deutlich.

Ein weiteres Beispiel für eine jugendgemäße Neugestaltung des Jugendstrafverfahrens bieten nach den Worten der Justizministerin die im Juli vom Justizministerium gestarteten Projekte "Gelbe Karte". Hier werden innerhalb eines Verfahrenstermins bis zu 30 jugendliche Straftäter mit ihren Eltern vorgeladen. Noch an Ort und Stelle werden von Polizeibeamten, Staatsanwaltschaft und Mitarbeitern des Jugendamtes erzieherische Maßnahmen festgelegt. Erste Erfahrungen zeigen die Effektivität dieser Maßnahmen, deren Wirksamkeit im Zuge eines Forschungsprojekts überprüft wird.
 

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