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Samstag
25. Mai 2019
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Prekäre Arbeit in der Böll-Stiftung

Gespräche zwischen FAU und HBS

  • Freie ArbeiterInnen Union (FAU) begrüßt Gesprächsbereitschaft
  • FAU-Fachautoren sprechen von Prekarisierung.


Berlin. Gestern am 19. September nahm die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) kurz vor Auslaufen der gesetzten Frist ein Verhandlungsangebot der FAU Berlin an. Die Basisgewerkschaft ist seit Monaten gegen prekäre Bedingungen in der HBS aktiv, nachdem sich Beschäftigte in ihr organisiert haben.


„Wir begrüßen, dass sich die Geschäftsführung endlich gesprächsbereit zeigt und erwarten das nun auch Taten folgen“ meint Florian Wegner, Sekretär der FAU Berlin. Am 5. September unterlag die Stiftung bereits vor Gericht einer Klage auf Festanstellung eines Mitglieds der FAU Berlin. Das Arbeitsgericht bestätigte damit illegale Leiharbeit in der Stiftung. Der Fall erlangte bundesweite Aufmerksamkeit.

Presseberichten zufolge herrschen bei der grünen Stiftung mit die prekärsten Bedingungen unter den parteinahen Stiftungen. Dennoch wurde die Geschäftsführung in den letzten Wochen nicht müde zu betonen, dass in der Stiftung keine prekären Arbeitsbedingungen bestehen. Um ihre Position über Prekarität in der Stiftung zu unterstreichen, bat die FAU Berlin daher die Fachautoren Andreas Förster und Holger Marcks, die Argumente der Heinrich-Böll-Stiftung im Konflikt mit der FAU Berlin auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen.

In ihrer Auswertung kommen diese zu dem Ergebnis: „Der zentrale Vorwurf der Prekarisierung von Arbeitsbedingungen ist eindeutig zu bestätigen“. Förster und Marcks sind Herausgeber eines Einführungsbandes zu Leiharbeit ("Knecht zweier Herren", erschien 2011), der u.a. vom ARD-Presseclub empfohlen wird.

Die FAU Berlin betont deutlich, dass der Konflikt vor Monaten hätte beigelegt werden können. „Wenn die Stiftung die grünen Positionen ernst nimmt, dann sollte es auch möglich sein zu einer Einigung zu gelangen“ so Wegner.

 

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